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Mario Rehulka 2009 800x600Die unheimliche Eile, einen neuen Kollektivvertrag für ein einzelnes Luftfahrtunternehmen abzuschließen, verwundert den Präsidenten des Österreichischen Luftfahrtverbandes Mario Rehulka. Bekanntlich hat die Luftfahrtbranche in Österreich keinen branchenumfassenden Kollektivvertrag. „Bis vor kurzem haben mit der Tyrolean und der Austrian Airlines überhaupt nur 2 österreichische Luftverkehrsunternehmen Unternehmens-Kollektivverträge in Verwendung gehabt. Bereits 1996 haben wir der Gewerkschaft vorgeschlagen, einen Branchen-Kollektivvertrag abzuschließen - die Gespräche auf Sozialpartnerebene sind damals gescheitert.“ Der im vergangenen Jahr durchgeführte Betriebsübergang bei den Austrian Airlines mit anhängiger Gewerkschaftsklage gibt nun Anlass zu neuen Diskussionen. „Heute die Forderung nach einem nicht wettbewerbsfähigen Kollektivvertrag umgehend auf dem Rücken eines Einzel-Unternehmens zu stellen, ist ein Treppenwitz in der Geschichte der österreichischen Sozialpartnerschaft. Diese Politik gefährdet allerhöchstens den Luftfahrtstandort.“ Heute teilen sich mehrere Luftfahrtgesellschaften den österreichischen Markt. Über 70.000 Arbeitsplätze hängen an diesem Wirtschaftszweig. Austrian Airlines sind nur noch für etwa 50% des Marktes verantwortlich. Sie war im vergangenen Jahr die einzige Luftfahrtgesellschaft, die überhaupt einen Kollektivvertrag in Verwendung hatte. Der Kollektivvertrag der AUA war im Zuge des Betriebsübergangs bekanntlich von der Wirtschaftskammer, der Kollektivvertrag der Tochter Tyrolean Airways als Reaktion von der Gewerkschaft gekündigt worden. Der Fall beschäftigt derzeit den Obersten Gerichtshof (OGH) und das Arbeits- und Sozialgericht Wien.