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Aktuelle Luftfahrtstudie 2015:

Luftfahrt generiert 4 Milliarden Euro Wertschöpfung und 73.000 Arbeitsplätze

 

Durch die Luftverkehrswirtschaft wurde 2014 in Österreichs Wirtschaft ein Produktionswert von insgesamt 10,4 Mrd. EUR induziert. Das Ausmaß der gesamtwirtschaftlich generierten Wertschöpfung beläuft sich auf insgesamt 4,0 Mrd. EUR. Die Investments in die Luftfahrt haben für den Wirtschaftsstandort einen Multiplikatoreffekt. Wachstums-hemmnisse sollten daher, so die Studienautoren, beseitigt werden.

Das renommierte Industriewissenschaftliche Institut (IWI) hat im Auftrag des Luftfahrtverbandes die ökonomische Bedeutung der Luftverkehrswirtschaft für die Volkswirtschaft Österreich untersucht. So generiert der Sektor (Airlines, Flughäfen und Bodeninfrastruktur sowie Zulieferer) in Österreich unter Hinzurechnung seiner Bedeutung für den Tourismus etwa 72.700 direkte und indirekte Arbeitsplätze und eine Wertschöpfung von 4 Milliarden Euro oder 1,7 Prozent des BIP.

Die Luftfahrtbranche und ihre Beschäftigten liefern jährlich – ohne die 2011 eingeführte Luftverkehrsabgabe – rund 1,6 Milliarden Euro an Steuern und Sozialabgaben an den Fiskus ab.

Direkt entstehen in den Unternehmen 4,7 Mrd. EUR an produziertem Wert.

In der Folge löst dieser von den Unternehmen in Österreich erwirtschaftete Produktionswert einen weiteren indirekten Produktionswert von 2,8 Mrd. EUR und einen induzierten von 2,9 Mrd. EUR aus – in Summe also 10,4 Mrd. EUR.

Von der gesamtwirtschaftlich generierten Wertschöpfung von 4 Milliarden Euro, sind 1,3 Mrd. EUR direkt auf die Unternehmen der Luftverkehrswirtschaft rückrechenbar und weitere 1,3 Mrd. EUR auf indirekte und 1,3 Mrd. EUR auf induzierte Effekte. Branchen in Österreich, die indirekt und induziert am meisten von den Aktivitäten der Luftverkehrswirtschaft profitieren, sind gemessen an der Wertschöpfung die Lagerwirtschaft, die Erbringung von sonstigen Dienstleistungen für den Verkehr, das Grundstücks- und Wohnungswesen sowie die Beherbergung & Gastronomie.

In der heimischen Volkswirtschaft sind insgesamt bis zu 73.000 Arbeitsplätze direkt, indirekt und induziert auf die Aktivitäten der Luftverkehrswirtschaft rückrechenbar. Dieses Beschäftigungsvolumen entspricht hochgerechnet rd. 2,8 Mrd. EUR an ausgezahlten Arbeitnehmerentgelten, und stellt einen beachtlichen Beitrag zur heimischen Kaufkraft dar.

„Mit jedem Beschäftigten in der Österreichischen Luftverkehrswirtschaft werden mehr als zwei weitere Arbeitsplätze geschaffen. Knapp 73.000 Beschäftigungsverhältnisse sind direkt oder indirekt auf den Wirtschaftsfaktor zurück zu führen. Damit ist eine österreichweite Wirtschaftskraft in Höhe von 10,4 Mrd. Euro verbunden, wobei die Österreichische Luftverkehrswirtschaft unmittelbar bereits 4,7 Mrd. EUR an Produktionswert erwirtschaftet“, führt IWI-Chef DDr. Herwig Schneider aus.

Gegenüber 2009 (also innerhalb von 5 Jahren) hat die Wertschöpfung aus der Luftfahrt für Österreich um 11,1 Prozent zugenommen, die Beschäftigtenzahl um 13.200 – also überproportionale  22,2 Prozent! Das BIP-Wachstum in diesen 5 Jahren betrug 15 Prozent.

Luftfahrtverband-Präsident Mario Rehulka: „Im Vorjahr ist viel weiter gegangen, aber oft auch zu wenig“. Der positive erstinstanzliche Bescheid für die dritte Piste wird jetzt beim Bundesverwaltungsgericht weiter verhandelt. Trotz Krisen in Nahost, Russland und der Ukraine konnte der Flughafen Wien mit einer Rekordzahl von 22,5 Millionen Passagieren, ein Plus von 2,2 Prozent erreichen.

Austrian Airlines haben mit der Gewerkschaft eine regulierte Betriebsübergangsvereinbarung geschaffen, die Austrian Airlines wettbewerbsfähig macht und damit den Luftfahrtstandort Österreich besser absichert.

Die ganzheitliche Optimierung von Flughafenprozessen und Streckenverkürzungen im Free Route senkt Emissionen und hebt die Lebensqualität in infrastrukturellen Bereichen.

Zur Abschaffung der wettbewerbsungünstigen Ticketsteuer konnte sich die Regierung aber nicht entschließen.

„Wir haben noch Luft nach oben“, meint DDr. Schneider. „Die Investments in die Luftfahrt zahlen sich für den Wirtschaftsstandort aus, soferne Hemmnisse in den Rahmenbedingungen beseitigt werden können“.

Die Studie geht auch auf die Luftfahrt-Themen ein:

  • Österreichs Luftverkehr im globalen Umfeld
  • Europas Luftfahrt
  • Was wünscht sich die Wirtschaft
  • Wettbewerbsverhältnisse
  • Verlagerung globaler Verkehrsströme
  • Europäische Rahmenbedingungen
  • Infrastruktur-Kapazitäten-Anflugverfahren
  • Forschung und Entwicklung
  • Umwelt und Nachhaltigkeit

 Bei Interesse an der Detailstudie senden Sie eine Anfrage an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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Mario Rehulka (Österr. Luftfahrtverband), Herwig W. Schneider (Industriewissenschaftliches Institut), Jaan Albrecht (Austrian Airlines), Christian Mutschlechner (Austrian Convention Bureau), Manfred Ainedter (Rechtsanwalt), Julian Jäger (Flughafen Wien AG), Heinz Sommerbauer (Austro Control)

Fotograf: Jindrich Foltin