Erstmals gemeinsam mit einem Mitgliedsland veranstaltete die Europäische Kommission mit den Aeronautics Days eine Leistungsschau der europäischen Luftfahrtindustrie in Wien. Diesem stark wachsenden Industriezweig kommt auch in Österreich eine immer größere Bedeutung zu. FLUG MAGAZIN hat sich bei der hochkarätig besetzten Konferenz umgesehen.

Aeronautic Days in ViennaRund 800 Teilnehmer aus Politik, Industrie und Forschung waren nicht nur zu einem gemeinsamen Erfahrungsaustausch nach Wien gekommen. Unter dem Motto „Sustainable Solutions for New Horizons“ standen auch wichtige Zukunftsthemen auf der Tagesordnung. Um den stark wachsenden Luftverkehr bewältigen zu können wird es nicht nur wichtig sein, die dafür notwendige Infrastruktur in der Luft und am Boden bereit zu stellen. Die nachhaltige Senkung der Flugzeugemissionen hat bei der Kommission einen großen Stellenwert. Dazu beitragen kann einerseits eine Effizienzsteigerung der Luftraumkontrolle, sowie andererseits eine weitere Verbesserung der Triebwerkstechnologie. Dem entsprechend stellt die Kommission, wie Wissenschafts- u. Forschungskommissär Janez Potocnik betonte, für das 7. EU-Rahmenprogramm weitere 4,2 Milliarden Euro für den Bereich Transport zur Verfügung.

Vorrangiges Ziel ist es, Forschungsausgaben und grenzüberschreitende Projekte zu fördern. Österreich sei in diesem Zusammenhang bereits gut positioniert, meinte Staatssekretär Eduard Mainoni. Lagen 1988 die Umsätze der Luftfahrtzulieferindustrie noch bei 30 Millionen Euro, konnte der Gesamtumsatz bis 2005 auf 500 Millionen Euro gesteigert werden. Allein von 2003 auf 2004 stieg die Anzahl der Beschäftigten um mehr als 12 %. Heute sind österreichische Unternehmen Partner praktisch aller internationalen Flugzeug- und Triebwerkshersteller. Die Exportquote der rund 50 heimischen Luftfahrtunternehmen liegt bei nahezu 100 %. Die Lieferungen gehen zu rund 50 % an die europäische und zu rund 35 % an die amerikanische Industrie. Der Österreich-Anteil des neuen Mega-Airbus A380 liegt bei zwei Prozent. Bis 2020 beziffert Mainoni das Umsatzpotenzial allein dieses Projektes auf eine Milliarde Euro.

Christian Pöchhacker (06/2006)