Nach siebenjähriger Pause kommt der amerikanische Mega Carrier nach Wien zurück. Ab dem 21. Mai nächsten Jahres wird Delta Air Lines vorerst fünf Mal wöchentlich die Donaumetropole mit Atlanta verbinden. Atlanta ist das weltweit größte Flugdrehkreuz einer einzelnen Fluggesellschaft und bietet zahlreiche Umsteigemöglichkeiten innerhalb der Vereinigten Staaten und nach Mittel- und Südamerika.

Delta Air Lines ist ein ehemaliger Allianzpartner der heimischen Austrian-Gruppe. Die Zusammenarbeit wurde vor sieben Jahren mit dem Wechsel der AUA zur Star Alliance rund um Lufthansa und United beendet. Delta stellte daraufhin ihre Flüge zwischen Wien und Atlanta ein. Jetzt kehrt die amerikanische Mega Airline nach Wien zurück und bietet ab Mai 2007 fünf wöchentliche Flüge mit einer 214sitzigen Boeing 767 an.

Delta ist damit die einzige U.S. Fluggesellschaft, die Wien in ihrem Flugplan hat. Gleichzeitig stockt auch die heimische AUA ihr Nordamerikaangebot kräftig auf. Chicago wird neu in den Flugplan aufgenommen. Gleichzeitig werden die Kapazitäten nach New York und Washington D.C. aufgestockt. Washington D.C. und Chicago sind die Drehkreuze des Allianzpartner United in den USA. Für den Flughafen Wien ist Delta ein bedeutender Neukunde. Immerhin rechnet die Airline mit rund 40.000 Passagieren pro Jahr. Diese Berechnung beruht auf einer 70prozentigen Auslastung der Flüge. Bob Hannah, Regional Director Sales von Delta Air Lines, ist von der Akzeptanz der neuen Flugverbindung überzeugt: „Der neue Service stellt nicht nur die einzige Nonstop-Verbindung zwischen Wien und dem Südosten der Vereinigten Staaten dar, er bietet Geschäftsreisenden und Urlaubern zwischen Österreich und den USA, Lateinamerika, Kanada und der Karibik zudem viele zusätzliche Reisemöglichkeiten. Von Atlanta aus gibt es für die Passagiere komfortable Anschlussmöglichkeiten zu über 150 Wirtschaftszentren und Urlaubszielen wie San Francisco, Los Angeles, Raleigh/Durham, Miami, Tampa, Orlando und Mexiko City.“ Die eingesetzte Boeing 767-300ER weist eine Zwei-Klassenkonfiguration für insgesamt 214 Passagiere auf, darunter 35 in der, als BusinessElite bezeichnete Business-Klasse.

Expansion auf der Langstrecke

Obwohl sich Delta Air Lines in einem Insolvenzverfahren nach Chapter 11 befindet, wurde in den letzten Jahren das Langstreckemsegment erheblich ausgeweitet, während im amerikanischen Inlandsmarkt die Kapazitäten reduziert wurden. So wurden allein im vergangenen Jahr 50 neue internationale Strecken in den Flugplan aufgenommen. Neben Wien-Atlanta wird Delta im kommenden Jahr sechs weitere Überseedestinationen neu anfliegen. Darunter auch eine Flugverbindung von Prag nach Atlanta und von New York nach Pisa und Bukarest.

Weitere neue Destinationen sind das südkoreanische Seoul sowie Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dem entsprechend ist Delta denn auch eine der am schnellsten wachsenden Fluglinien weltweit. Auf der Nordatlantikstrecke ist Delta mit 29 Destinationen überhaupt die führende Airline. Delta Air Lines ist Mitglied der Skyteam-Allianz. Hauptpartner auf europäischem Boden ist Air France-KLM. Auf gutem Wege sieht sich die Airline das laufende Insolvenzverfahren bald abschließen zu können. Spätestens im Sommer 2007, hofft Delta, Chapter 11 als neu strukturiertes Unternehmen wieder verlassen zu können. Dann wird die Airline mit fünf wöchentlichen Flügen regelmäßiger Gast in Wien sein. Und schon ab 2008 ist eine Aufstockung auf tägliche Flüge geplant.

 (Ausgabe 10/2006)