Fünfzig Jahre sind seit dem Erstflug der Aeroflot zwischen Moskau und Wien vergangen. Grund genug um dieses Jubiläum gebührend zu feiern. Die Bedeutung der Destination Wien im Streckennetz der großen russischen Fluglinie wurde nicht zuletzt durch die Anwesenheit von Generaldirektor Valery Okulov unterstrichen.

Aeroflot feiert GeburtstagWas bescheiden mit zwei wöchentlichen Flügen begann hat sich im Laufe der Jahre zu einem regelrechten Shuttleverkehr zwischen den beiden Metropolen entwickelt. Zwei Flüge pro Woche markierten den Anfang, heute sind es deren 32, die Aeroflot gemeinsam mit Codeshare Partner Austrian anbietet. Mehr als zwei Millionen Passagiere nutzten in diesen zwanzig Jahren den Service der russischen Airline. Allein für das laufende Jahr rechnet Generaldirektor Okulov mit rund 100.000 Reisenden. 2005 waren es 92.000 gewesen. In Wien unterstreicht Okulov auch die Bedeutung des Flughafen Moskau-Sheremetievo als Umsteigeort für den ganzen Fernen Osten Russlands sowie in Richtung Südostasien. Aeroflot investiert derzeit einige hundert Millionen Euro in die Errichtung eines neuen Terminals. Sheremetievo 3 wird exklusiv Aeroflot und seinen Partnern als moderner Transferhub zur Verfügung stehen. Dem entsprechend sieht der Aeroflot-Generaldirektor Moskau auch als idealen Transferpunkt zwischen Europa und Asien. Entsprechend ehrgeizig sind die Wachstumspläne. Die Fluglinie wird in den nächsten Jahren viel Geld in den Ausbau der Flotte investieren. Derzeit zählt die Flotte 90 Flugzeuge.

Zur Zeit noch eine Mischung aus westlichen und östlichen Typen, wird die Flotte in den kommenden Jahren einer grundlegenden Modernisierung unterzogen. Valery Okulov verweist in diesem Zusammenhang auf die bereits bestellten 45 Airbus A320 Mittelstreckenjets. Im Langstreckenbereich setzt die Airline hauptsächlich auf die Boeing 767. Doch auch dieser Flugzeugtyp soll schon bald durch modernere und kosteneffizientere Boeing 787 oder Airbus A350 ersetzt werden. Auch hier ortet der Generaldirektor einen Bedarf von bis zu 45 Flugzeugen. Ergänzt werden diese Flugzeuge durch eine Neuentwicklung des russischen Herstellers Sukhoi, dem Russian Regional Jet. 30 RRJs hat Aeroflot bereits geordert. Nach Wien kommt Aeroflot mit einem Airbus A319 in bequemer Zwei-Klassenkonfiguration. Insgesamt umfasst das Netzwerk 90 Destinationen in 47 Ländern, davon 25 in Russland selbst. Und es ist der russische Markt, für den Okulov das größte Wachstum prognostiziert. So wächst die Nachfrage nach Inlandsflügen dank boomender Wirtschaft und einer zunehmend wohlhabenden Mittelschicht überdurchschnittlich stark. Die Inlandsnachfrage ist denn auch der wesentliche Treiber des Wachstums. Allein für das kommende Jahr peilt Aeroflot ein Wachstum von 25 Prozent an.

Salzburg als mögliche neue Destination

Zum Wachstum zählen aber nicht nur neue Destinationen in Russland selbst. Auch im Ausland ist die Airline auf der Suche nach neuen Geschäftsmöglichkeiten. Dass Salzburg dabei gute Chancen hat, in den Linienflugplan aufgenommen zu haben, bestätigt Generaldirektor Okulov in Wien. Während der saisonalen Skicharterflüge wird Salzburg bereits regelmäßig von Aeroflot angeflogen. Okulov geht davon aus, mit dem Wachstum der Flotte die für Salzburg notwendige Kapazität bereitstellen zu können: „Die Flüge nach Österreich erfreuen sich bei den Russen einer großen Beliebtheit. Salzburg ist zwar stark von einer saisonalen Nachfrage geprägt, ich sehe aber durchaus das Potenzial für eine Ganzjahresverbindung.“ Zusätzliche Nachfrage erwartet sich Okulov durch eine Lockerung oder gar Aufhebung der Visabestimmungen. „Alle Fluggesellschaften sind daran interessiert, dass es keine Reiserestriktionen gibt.“ Derzeit laufen darüber intensive Verhandlungen zwischen Russland und der Europäischen Union. Der Anspruch, den Aeroflot erhebt ist klar umrissen. Okulov: „Wir wollen uns unter den Top-Airline der Welt positionieren.“ Wie der Generaldirektor betont, sei das bereits in einigen Bereichen gelungen. So befinde sich die das Service der Businessklasse unter den Spitzenangeboten, betont Okulov. Im Bereich der Economy-Klasse ist die Airline derzeit dabei, die Servicequalität auf eine neue Ebene zu heben. Ebenso ist Okulov der Bereich Sicherheit ein großes Anliegen. Zahlreiche Zertifizierungen von der IATA bis hin zu Flight Safety bescheinigen der Airline einen überhaus hohen Sicherheitsstandard.

Aeroflot ist Teil der globalen Skyteam-Allianz, deren europäischer Eckpfeiler Air France-KLM ist. Obwohl in der Star Alliance, werden Austrian und Aeroflot ihre Zusammenarbeit auf der Strecke Wien-Moskau auch in Zukunft fortsetzen. Über Moskau und Wien hinaus verbindet die beiden Airlines ein Interline-Abkommen. Austrian wird auch weiterhin Flüge nach Sheremetievo anbieten. Und damit kann Austrian ihren Passagieren alle Annehmlichkeiten des neuen Aeroflot-Terminals anbieten, freut sich Generaldirektor Okulov.

 (Ausgabe 12/2006)