Eine neue Generation von leichten Jetflugzeugen eröffnet eine neue Dimension im Bedarfsflugverkehr. Fliegen wie Taxi fahren – das ist das Motto des neuen oberösterreichischen Unternehmens Alpha Airways. Dank der günstigen Kosten der neuen Jets möchte Alpha Airways Verkehr von der Straße in die Luft verlagern. Das FLUG MAGAZIN hat sich das Konzept im Detail angesehen.

Alpha Airways - Fliegen mit dem TaxiBetriebswirtschaftlicher Schlüssel sind die kostengünstigen „Very Light Jets“. Ein Bereich, in dem Eclipse Aviation mit seiner Eclipse 500 eine Vorreiterrolle übernommen hat. Gerade erst flügge geworden, wird Alpha Airways mit ihrer Home Base in Linz als erstes europäisches Unternehmen im Mai nächsten Jahren ihren ersten von zehn fest bestellten Jets erhalten. Auf weitere 40 Exemplare hält Alpha Optionen. „Dank günstiger Anschaffungs- und Betriebskosten kann Alpha Airways Mietpreise schon ab 1.500 Euro pro Stunde anbieten“, erläutert CEO Franz Steinberger die Preisstrategie. „Zielpublikum ist dabei nicht der Generaldirektor, sondern vielmehr Führungskräfte der zweiten Managementebene und Techniker“, präzisiert Steinberger.

Demnach sieht der CEO denn auch keinen Verdrängungswettbewerb mit den traditionellen Anbietern, Alpha Airways erschließe vielmehr ein neues Marktsegment. Die preisgünstigen Jets sind nach den modernsten technischen Standards konzipiert und bieten neben den beiden Piloten Platz für maximal vier Passagiere. Aber auch Warentransporte für dringend benötigte Teile wird Alpha Airways anbieten. Vor allem im medizinischen Bereich ortet Steinberger in diesem Zusammenhang Geschäftsmöglichkeiten.

Start im Mai 2007

In den USA haben die Auslieferungen der ersten Eclipse 500 bereits begonnen. Alpha Airways wird im Mai 2007 mir drei Jets an den Start gehen. Bereits im August wird die Flotte auf fünf Flugzeuge angewachsen sein. Heimatbasis ist der Flughafen Linz. Entsprechend erfreut zeigt sich Flughafendirekt DI Gerhard Kunesch über den neuen Kunden: „Oberösterreich ist ein starker Wirtschaftsraum mit einem hohen Anteil an Geschäftsreisenden.“ Hinter Alpha Airways steht ein finanzkräftiges oberösterreichisches Immobilienunternehmen.

Obwohl die Bedarfsfluglinie sich erst jetzt der Öffentlichkeit präsentiert hat, sind die ersten fünf Jets in den Anfangsmonaten bereits weitgehend ausgelastet. CEO Bernhard Fragner sieht in der Wahl der Eclipse 500 einen weiteren wichtigen Wettbewerbsvorteil: „Die Nachfrage nach der Eclipse 500 ist derart groß, dass wir in Europa die nächsten drei Jahre konkurrenzlos sind.“ Luftfahrtanalysten gehen davon aus, dass Very Light Jets wie die Eclipse 500 den Markt für den Bedarfsflugverkehr revolutionieren werden. Very Light Jets bieten erschließen als Ergänzung zu den größeren Business Jets ein völlig neues Marktsegment. So geht man in den USA davon aus, dass ein Großteil der neuen Air Taxi Kunden bisher eher den eigenen PKW als ein Flugzeug für ihre Geschäftsreisen genutzt haben. Dabei bieten auch die Very Light Jets einen Komfort wie die größeren Flugzeuge. Ein mit modernster Avionik ausgestattetes Cockpit und zwei treibstoffsparende Turbofantriebwerke entsprechen den modernsten Sicherheitsstandards. Obwohl für den Betrieb mit nur einem Piloten zugelassen,
wird Alpha Airways ihre Flugzeuge mit einer Besatzung von Kapitän und Copilot einsetzen. Als Technischen Direktor konnte das Unternehmen mit Christian Obermayr einen ehemaligen Mitarbeiter der AUA gewinnen.

(Ausgabe 12/2006)