Schicksalsgemeinschaften

Dass das wirtschaftliche Schicksal von Flughäfen und Hubfluglinien eng miteinander verbunden ist, ist keine wirklich neue Erkenntnis. Für einen Wirtschaftsstandort ist ein florierender Hubcarrier von geradezu essentieller Bedeutung. Dem entsprechend wird die weitere Entwicklung der Austrian Airlines Gruppe für den Standort Wien unmittelbare Auswirkungen haben. Wie wichtig ein starker Partner sowohl für eine Airline als auch für einen Flughafen ist, zeigt das Beispiel der Swiss und Flughafen Zürich.

Der Konkurs der Swissair traf den Flughafen Zürich zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Viel Geld wurde investiert um angesichts stark steigender Passagierzahlen das Midfield-Terminal zu errichten. Mit 22,6 Millionen Passagieren verzeichnete Zürich im Jahr 2000 den Höhepunkt seiner bisherigen Entwicklung. Was dann folgte war ein steiler Absturz der unmittelbar auf den wirtschaftlichen Niedergang seines Home Carriers zurückzuführen ist. Nach einigen Jahren eines massiven Rückgangs wurde mit 17,02 Passagieren im Jahr 2003 der Tiefpunkt markiert. Seit der Übernahme der Swiss durch die Lufthansa geht es mit den Passagierzahlen wieder bergauf. Nach einer moderaten Erholung im Jahr 2005 zeigen im heurigen Jahr alle Zahlen wieder steil nach oben.

Freuen kann sich der Flughafen über eine überproportionale Entwicklung des Transferanteils, der sich in den ersten sechs Monaten um 9,8 Prozent auf 2,8 Mio. Passagieren verbesserte. Wie das Züricher Airportmanagement betont, ist diese Entwicklung allein auf die erstmalige Integration des Swiss-Flugplanes in jenen der Mutter Lufthansa und damit der Star Alliance zurück zu führen. Damit erhöhte sich der Transferanteil im Vergleich zur Vorjahresperiode von 29,9 auf 31 Prozent. Im Jahr 2000 hatte der Transferanteil noch 44,4 Prozent betragen. Es sind aber nicht nur die Passagierzahlen, die von der Übernahme durch die Lufthansa profitieren. Unter den Schwingen des Kranichs scheint auch der wirtschaftliche Turnaround gelungen. Ein Alleingang der Swiss wäre wohl von zahlreichen weiteren schmerzhaften Einschnitten begleitet gewesen. Und so wird die Entwicklung der Swiss und des Standortes Zürich wohl auch in den nächsten Jahren von Wachstum geprägt sein.

Die Entwicklung in Wien

An der Schnittstelle zwischen West- und Osteuropa gelegen, profitiert der Flughafen Wien seit Jahren von einer überdurchschnittlichen Entwicklung. Allein ein genauer Blick auf die Transferzahlen zeigt eine gewisse Stagnation. Gemessen an der Zahl der Gesamtpassagiere stagniert der Anteil bei rund einem Drittel. Zugegeben eine beachtliche Zahl, aber weiteres Wachstum findet zur Zeit nicht wirklich statt. So lag die Transfersteigerung im September bei mageren 2,4 Prozent. In den ersten neun Monaten liegt der Zuwachs bei 4,9 Prozent.

Wie sich die Rücknahme der Langstreckenverbindungen durch die Austrian-Gruppe auswirken wird, bleibt abzuwarten. Immerhin sind Langstrecken ein wichtiger Teil des Gesamtangebots einer Fluglinie. So nutzen beispielsweise zahlreiche Inder Wien als Gateway für den Weiterflug nach Westeuropa oder Nordamerika. Längst funktioniert auch der Osteuropaverkehr in beide Richtungen. Transferverkehr generiert in Wien fast alleine die AUA. Mit Shanghai, Kuala Lumpur, Singapur, Sydney und Melbourne verliert der Flughafen gerade in der wirtschaftlichen Boomregion Asien bedeutende Destinationen. Ob sich Fluglinien finden werden, die diese Lücke füllen können, bleibt abzuwarten. Malaysia Airlines hat es schon zwei Mal versucht. Ebenso war bereits Singapore Airlines regelmäßiger Gast in Wien. Nachdem mit Delta Airlines ein bedeutender neuer Kunde für die Nordatlantikstrecken gefunden werden konnte, wird sich der Flughafen Wien nunmehr verstärkt in Asien umsehen müssen. Ideal sowohl für den Flughafen als auch für die AUA wäre ein Carrier aus der Star Alliance-Gruppe, der über sein Hub in Asien über Wien nicht nur West- sondern auch Osteuropa erschließen könnte.

 

 

 

 

 

 

 

Dass das wirtschaftliche Schicksal von Flughäfen und Hubfluglinien eng miteinander verbunden ist, ist keine wirklich neue Erkenntnis. Für einen Wirtschaftsstandort ist ein florierender Hubcarrier von geradezu essentieller Bedeutung. Dem entsprechend wird die weitere Entwicklung der Austrian Airlines Gruppe für den Standort Wien unmittelbare Auswirkungen haben. Wie wichtig ein starker Partner sowohl für eine Airline als auch für einen Flughafen ist, zeigt das Beispiel der Swiss und Flughafen Zürich.

Der Konkurs der Swissair traf den Flughafen Zürich zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Viel Geld wurde investiert um angesichts stark steigender Passagierzahlen das Midfield-Terminal zu errichten. Mit 22,6 Millionen Passagieren verzeichnete Zürich im Jahr 2000 den Höhepunkt seiner bisherigen Entwicklung. Was dann folgte war ein steiler Absturz der unmittelbar auf den wirtschaftlichen Niedergang seines Home Carriers zurückzuführen ist. Nach einigen Jahren eines massiven Rückgangs wurde mit 17,02 Passagieren im Jahr 2003 der Tiefpunkt markiert. Seit der Übernahme der Swiss durch die Lufthansa geht es mit den Passagierzahlen wieder bergauf. Nach einer moderaten Erholung im Jahr 2005 zeigen im heurigen Jahr alle Zahlen wieder steil nach oben.

Freuen kann sich der Flughafen über eine überproportionale Entwicklung des Transferanteils, der sich in den ersten sechs Monaten um 9,8 Prozent auf 2,8 Mio. Passagieren verbesserte. Wie das Züricher Airportmanagement betont, ist diese Entwicklung allein auf die erstmalige Integration des Swiss-Flugplanes in jenen der Mutter Lufthansa und damit der Star Alliance zurück zu führen. Damit erhöhte sich der Transferanteil im Vergleich zur Vorjahresperiode von 29,9 auf 31 Prozent. Im Jahr 2000 hatte der Transferanteil noch 44,4 Prozent betragen. Es sind aber nicht nur die Passagierzahlen, die von der Übernahme durch die Lufthansa profitieren. Unter den Schwingen des Kranichs scheint auch der wirtschaftliche Turnaround gelungen. Ein Alleingang der Swiss wäre wohl von zahlreichen weiteren schmerzhaften Einschnitten begleitet gewesen. Und so wird die Entwicklung der Swiss und des Standortes Zürich wohl auch in den nächsten Jahren von Wachstum geprägt sein.

Die Entwicklung in Wien

An der Schnittstelle zwischen West- und Osteuropa gelegen, profitiert der Flughafen Wien seit Jahren von einer überdurchschnittlichen Entwicklung. Allein ein genauer Blick auf die Transferzahlen zeigt eine gewisse Stagnation. Gemessen an der Zahl der Gesamtpassagiere stagniert der Anteil bei rund einem Drittel. Zugegeben eine beachtliche Zahl, aber weiteres Wachstum findet zur Zeit nicht wirklich statt. So lag die Transfersteigerung im September bei mageren 2,4 Prozent. In den ersten neun Monaten liegt der Zuwachs bei 4,9 Prozent.

Wie sich die Rücknahme der Langstreckenverbindungen durch die Austrian-Gruppe auswirken wird, bleibt abzuwarten. Immerhin sind Langstrecken ein wichtiger Teil des Gesamtangebots einer Fluglinie. So nutzen beispielsweise zahlreiche Inder Wien als Gateway für den Weiterflug nach Westeuropa oder Nordamerika. Längst funktioniert auch der Osteuropaverkehr in beide Richtungen. Transferverkehr generiert in Wien fast alleine die AUA. Mit Shanghai, Kuala Lumpur, Singapur, Sydney und Melbourne verliert der Flughafen gerade in der wirtschaftlichen Boomregion Asien bedeutende Destinationen. Ob sich Fluglinien finden werden, die diese Lücke füllen können, bleibt abzuwarten. Malaysia Airlines hat es schon zwei Mal versucht. Ebenso war bereits Singapore Airlines regelmäßiger Gast in Wien. Nachdem mit Delta Airlines ein bedeutender neuer Kunde für die Nordatlantikstrecken gefunden werden konnte, wird sich der Flughafen Wien nunmehr verstärkt in Asien umsehen müssen. Ideal sowohl für den Flughafen als auch für die AUA wäre ein Carrier aus der Star Alliance-Gruppe, der über sein Hub in Asien über Wien nicht nur West- sondern auch Osteuropa erschließen könnte.

(Ausgabe 12/2006)