Im September feierte die Low Cost Airline aus Bratislava ihren fünften Geburtstag. Von den bescheidenen Anfängen weg, hat sich Sky Europe rasch zu einer der am schnellsten wachsenden Fluglinien Europas entwickelt. Und das Wachstum geht ungebremst weiter, wie Chief Product Officer Ralph Preclik im Gespräch mit dem FLUG MAGAZIN betont.

 

Fünf Jahre Sky EuropeIm September wurde in Bratislava nicht nur Geburtstag gefeiert. Sky Europe durchbrach in diesem Monat auch die Schallmauer von fünf Millionen Passagieren. Dabei entwickelte sich das Wachstum zuletzt besonders dynamisch. Allein in den letzten zwölf Monaten summiert sich die Beförderungsbilanz auf 2,5 Millionen Flugreisende. Damit konnte die Airline um gleich 50 Prozent zulegen. Getragen wird die Expansion von einer Mehrbasenstrategie. Wie Ralph Preclik im Gespräch mit dem FLUG MAGAZIN betont, bleibt Bratislava zwar die Hauptbasis, mit Budapest, Krakau und Prag betreibt die Airline aber drei weitere Hubs mit großer Wachstumsfantasie. Sky Europe sieht sich in diesen Märkten auch als „Local Carrier“.

Getragen wird das Wachstum aber auch von einer Erneuerung der Flotte. Die neuen Boeing 737-700 lösen die 737 Jets der Vorgeneration ab. Gleichzeitig wird durch das etwas größere Flugzeug das Sitzangebot erweitert. Der neue Jet mit seinen unverwechselbaren Winglets nimmt in der Strategie eine zentrale Stellung ein. Preclik: „Wir wollen das beste Produkt im Markt haben. Bereits jetzt verfügen wir mit unseren 737-700 über die jüngste Flotte unter allen Low Cost Airlines in Europa.“ Aber auch an Bord hat sich Ralph Preclik als verantwortlicher Manager einiges einfallen lassen. Exklusive Ledersitze gehören ebenso zum Standard wie Original Illy-Espressomaschinen. Aber auch andere Servicefeatures leisten ihren Beitrag zur laufenden Verbesserung des Produkts. Mit der Sitzplatzreservierung bereits bei der Buchung und der Buchungsbestätigung über SMS fügt Preclik nur zwei weitere Beispiele hinzu. Besonders stolz ist die Airline darüber hinaus über ihre Pünktlichkeitsbilanz. Dank einem speziellen Programm konnte sich Sky Europe als pünktlichster Low Cost Carrier am Markt etablieren.

Österreich als Kernmarkt

Österreich zählt weiterhin zu den Kernmärkten der Airline. Den Anteil österreichischer Passagiere in Bratislava beziffert Preclik mit rund 20 Prozent. Während die Ostdestinationen Sofia und Bukarest besonders bei Geschäftsreisenden gefragt sind, zählen Paris, Amsterdam, London, Rom und Barcelona zu den touristischen Rennstrecken. Geflogen wird aber auch direkt von Österreich aus. Während Sky Europa drei Mal pro Woche von Innsbruck nach Amsterdam abhebt, stehen ab Salzburg gleich drei Destinationen im Flugplan.

Besonders erfreulich, so Preclik, entwickeln sich Paris und Barcelona, während Manchester sich in erster Linie durch einen hohen Incominganteil auszeichnet. So habe der Ladefaktor auf der Parisstrecke schon nach wenigen Wochen die Zielmarke von 80 Prozent erreicht. Mit 80 Prozent beziffert Preclik auch den Zielladefaktor um das Low Cost Businessmodell erfüllen zu können. Eine Zahl die zuletzt im September mit 80,7 Prozent erreicht werden konnte. Geprüft wird derzeit eine Aufnahme der Strecke Bratislava – Innsbruck. „Diese Prüfung erfolgt im Rahmen einer Machbarkeitsüberprüfung, die mehrere europäische Strecken mit einem hohen Preisniveau umfasst“, betont Preclik. Eine konkrete Entscheidung sei hingegen noch nicht gefallen. Dennoch beziffert Preclik die Chance für Wien als zukünftige Basis im Sky Europe Streckennetz mit mehr als 50 Prozent. „Um Aufmerksamkeit zu erregen ist es notwendig, eine sehr aggressive Marketingstrategie umzusetzen“, präzisiert Preclik die Zielsetzung. Mit den sehr guten Zahlen des Sommers bestätigt sich die Linie. „Wir wollen aber beweisen, dass wir auch in der schwächeren Saison die Leute zu Flugreisen inspirieren können“, fügt Preclik hinzu. Zu diesem Zweck wurde Sky Europe verstärkt als Marke für den gesamten Zentral- und Mitteleuropäischen Markt positioniert.

(Ausgabe 12/2006)