Wirtschaftsstandort Flughafen
In einer Studie kommt das Management-Beratungsunternehmen A.T. Kearney zu dem Schluss, dass das Kerngeschäft Luftfahrt für die Airports zunehmend an Bedeutung verlieren wird. „Flughäfen müssen sich zu Metropolen entwickeln, um wirtschaftlich langfristig erfolgreich zu sein“, so die aktuelle Studie. Da das traditionelle Kerngeschäft zunehmend unter Druck gerate, müssten sich die Airports konsequent auf die Konsumentenansprüche ausrichten. „Bestimmte Flughäfen schlüpfen bereits jetzt in eine Vorreiterrolle, erfinden sich selbst neu und entwickeln sich von der Passagierabfertigung zum modernen multidimensionalen Erlebnisraum“, so Tourismus-Experte und A.T. Kearney Vice President Stefan Höffinger. Der Experte geht davon aus, dass dem Geschäftsbereich „Non Aviation“ – also Einzelhandel, Gastronomie, Parken, Werbung oder Immobilienvermittlung – immer höhere Bedeutung zukomme. Als erfolgreiche Beispiele nennt Höffinger Flughäfen wie Amsterdam, Athen oder Kopenhagen, die bereits heute fast die Hälfte ihres Gesamtumsatzes und Ertrages im Non Aviation Geschäft erzielen. Von den 15 untersuchten Flughäfen waren im Jahr 2004 Oslo mit 48 %, Kopenhagen mit 47 % und München mit 45 % die Top 3. Als eigene Stadt, eine sogenannte „Airport City“, versteht sich bereits der Flughafen Amsterdam, Geboten werden dort neben länderspezifischen Produkten wie Holzschuhen, Käse oder Tulpen, klassische Gastronomie und Take-away Restaurants auch eine Zweigstelle des Amsterdamer Rijks-Museums. „Künftig gehe es“, resümiert die Studie, „um die langfristige Bindung von Zielgruppen an die unverwechselbare Airport City.“

(Ausgabe 04/2006)