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Die Vereinigten Arabischen Emirate sind einer der wenigen weltweiten wirtschaftlichen Hot Spots. Überaus expansiv unterwegs sind die Fluglinien der Region. Nach Emirates in Dubai hat bereits auch Qatar Airways den Sprung zu einer Fluglinie von Weltrang geschafft. Jetzt geht das Emirat Abu Dhabi mit einer eigenen Fluglinie an den Start. Ähnlich wie Emirates und Qatar Airways soll auch Etihad Airways in kurzer Zeit den Sprung an die Weltspitze schaffen. Zum Teil mit Besorgnis sehen die europäischen Mitbewerber die Entwicklung. Bei der Lufthansa sieht man die Situation eher gelassen. Thierry Antinori, Executive Vice President Marketing and Sales, sieht im Mittleren Osten für die Lufthansa Chancen für weiteres Wachstum. Nach Doha, kündigte Antinori im Rahmen der ITB an, werde schon demnächst Bahrain neu in den Flugplan der Kranich-Linie aufgenommen. Anders als British Airways sieht der Airlinemanager auch in Saudi Arabien weitere Wachstumschancen. Die Lufthansa baut damit seine Präsenz in den Heimatmärkten der stark wachsenden Golffluglinien weiter aus. „Fluglinien wie Emirates, Qatar Airways und Etihad erzeugen auf den Routen nach Südostasien, Indien und Australien einen zunehmenden Druck,“ resümiert Antinori. Die Lufthansa werde sich dem Wettbewerb aber stellen. Er gibt sich zuversichtlich, mit der gleichen Qualität wie die Golfcarrier punkten zu können. Als weiteren Vorteil nennt Antinori eine Data Base von 13 Millionen Vielfliegerkunden
Ab dem 2l. April wird China Airlines die drei wöchentlichen Flüge nach Taipeh über Abu Dhabi führen. Die taiwanesische Fluglinie verfügt über die vollen Verkehrsrechte und bietet damit den ersten Nonstopflug zwischen Wien und der Golfmetropole. Mit Hotels wie dem Emirates Palace positioniert sich das Emirat als Luxusdestination. Neben Abu Dhabi sind auch Dubai und Qatar Nonstop von Wien aus erreichbar.Die Flugkapazitäten nach Dubai werden weiter aufgestockt. Erstmals wird die AUA auch im Sommer Dubai sechsmal wöchentlich anfliegen. Über mehr Kapazitäten verfügt auch Emirates. Durch den Einsatz eines Zwei-Klassen Airbus erhöht sich die Kapazität um knapp 70 Plätze pro Tag. Und auch Qatar Airways wird die Frequenzen zwischen Wien und Doha weiter erhöhen. Trotz des zunehmenden Wettbewerbdrucks sieht Emirates gelassen in die Zukunft. „Emirates wird auch in den nächsten Jahren ein zweistelliges Wachstum aufweisen“, gibt sich Vizepräsident Ghaith Al Ghaith im Gespräch mit dem Österreichischen Luftfahrtverband überzeugt. Der Vizepräsident geht davon aus, dass sich Emirates alle vier Jahre in ihrer Größe verdoppelt. Einen weiteren Wachstumsschub erwartet Al Ghaith von neuen Flügen nach China. Zentraleuropa sieht der Manager über Wien gut abgedeckt. Man sehe sich aber den polnischen und ukrainischen Markt genauer an. In Deutschland hat Emirates kürzlich Hamburg neu in den Flugplan aufgenommen. Über den zunehmenden Wettbewerb in der Golfregion äußert sich Al Ghaith zurückhaltend: Emirates habe die Philosophie nach vorn und nicht nach link und rechts zu schauen. Bereits sehr aktiv ist die erst vor zwei Jahren gegründete Fluglinie des Emirats Abu Dhabi unterwegs. „Europa kommt in der Wachstumsstrategie von Etihad Airways eine zentrale Rolle zu“, kündigt Geert Boven, Vizepräsident der in Abu Dhabi beheimateten Fluglinie an. Aus österreichischer Sicht erfreulich werden die bisherigen drei wöchentlichen Flüge nach München aufgestockt. Ab Ende März fliegt Etihad Airways dann fünfmal pro Woche nach Abu Dhabi und ab Juli dann täglich. Bereits täglich angeflogen wird Frankfurt. Und mit Paris eröffnet die Airline im Juni eine weitere Destination in Europa. Zunehmend zwischen die Fronten gerät dabei die alteingesessene Gulf Air. Der Ausstieg von Miteigentümer Abu Dhabi ändert am Geschäftsmodell der in Bahrein beheimateten Fluglinie nichts. Gulf Air wurde in den Fünfziger Jahren von Abu Dhabi, Bahrein, Katar und Oman als gemeinsame Fluglinie gegründet. Nach Katar konzentriert sich jetzt auch Abu Dhabi mit Etihad Airways auf seine eigene Fluglinie. Die Gulf Air hat dadurch Flugrechte in Abu Dhabi verloren verfügt aber noch immer über eine eigene Präsenz. Bahrein und Oman bleiben weiter Eigentümer der Fluglinie. Die Gulf Air befindet sich in einer Umstrukturierungsphase. Gulf Air positioniert sich als Qualitätsfluglinie. Von seinen Eigentümern hat das Management den Auftrag erhalten, einen wirtschaftlichen Turnaround herbeizuführen. In der Zukunft wird sich Gulf Air auf die beiden Drehkreuze in Bahrain und Muscat (Oman) konzentrieren.

(Ausgabe 05/2006)