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SN BRUSSELS  AUF DEM WEG ZUM GLOBAL CARRIERVier nach Jahre nach ihrer Gründung hat sich die belgische Fluglinie SN Brussels ihren Platz am europäischen Luftfahrthimmel gesichert. Nach dem Aufbau eines dichten Europanetzwerkes und der Wiederaufnahme der Destinationen in Afrika steht die Fluglinie vor dem nächsten Expansionsschritt. FLUG MAGAZIN sprach in Brüssel über dieses und andere Themen mit Marketing- und Verkaufsmanagerin Ursula Silling.

Ursula Silling, die nach einem Wechsel des Topmanagements erst kürzlich die Marketing- und Verkaufsagenden übernommen hat, verfügt über große Erfahrungen im Airlinemanagement. Nach der dba, TUI und Lufthansa Systems war sie zuletzt als Commercial Director bei HLX tätig. Und mit Virgin Express als Tochtergesellschaft ist Low Cost auch bei SN Brussels ein Thema. Umsomehr, als zur Zeit die Integration der beiden Unternehmen auf Hochtouren läuft. Die Zusammenlegung wird grundlegende Veränderungen mit sich bringen, kündigt Silling im Gespräch mit FLUG MAGAZIN an: „Beide Brand Names werden verschwinden und die zwei Fluglinien werden ab dem nächsten Jahr nur mehr unter einem Namen auftreten.“ Derzeit noch ein gut gehütetes Geheimnis, soll der Schleier aber im Herbst gelüftet werden. Die grundsätzliche Aufteilung der Geschäftsfelder wird aber bleiben, kündigt die Airlinemanagerin an. Derzeit bedient SN Brussels die Geschäftsreisestrecken, während Virgin sich um das touristische Marktsegment kümmert. Entsprechend präsentiert sich der Vertrieb. Silling: „Während Virgin Express 80 Prozent der Tickets im Direktvertrieb verkauft, ist das Verhältnis bei SN Brussels genau umgekehrt. An dieser Vertriebsstrategie, sowohl direkte als auch stationäre Verkaufskanäle zu nutzen, wollen wir festhalten.“ Die Fluglinie setzt dabei voll auf die Vorteile des Heimatmarktes Brüssel der, wie Silling betont, als Hauptstadt Europas einen enormen Standortvorteil biete. Entsprechend aufgebaut ist die Strategie von SN Brüssels, nämlich möglichst viele Destinationen mit mehreren Frequenzen täglich zu bedienen. Damit verfügt die Fluglinie gerade für Geschäftsreisende über ein sehr attraktives Angebot. Im touristischen Bereich sorgt man mit günstigen One-Way Tarifen für eine gute Auslastung. Und so konnten die beiden Fluglinien im Vorjahr gemeinsam rund 5,5 Millionen Passagiere transportieren.

Expansion auf der Langstrecke
 In den ersten Jahren nach der Gründung konzentrierte sich die Airline voll auf den Wiederaufbau ihres dichten Afrikanetzwerkes. Dabei konnte sie auf die mehr als 80jährige Erfahrung der Vorgängergesellschaft Sabena zurück greifen. Heute verfügt SN Brussels wieder über 14 Destinationen in West- und Ostafrika. Und auf diese Basis wolle man aufbauen um weitere Destinationen auf dem schwarzen Kontinent zu erschließen, kündigt Silling an. Gleichzeitig werden aber auch andere Destinationen einer genauen Evaluation unterzogen. „Zur Zeit prüfen wir den Nordatlantik“, präzisiert Silling. Ein Bereich, in dem die Fluglinie bisher sehr stark auf die Zusammenarbeit mit Kooperationspartner gesetzt hat. Auf den Flügen in die Vereinigten Staaten ist dies American Airlines. Eine überaus erfolgreiche Kooperation, wie Silling resümiert. Nicht weniger als acht Prozent der Afrika Passagiere kommen aus der American-Kooperation. Ganz neu ist eine Code-Share Vereinbarung mit Hainan Airlines, die mit Brüssel erst ihre zweite Destination in Europa in den Flugplan aufnimmt. Ab dem Juli werden so vier wöchentliche Flüge nach Penking und Shanghai angeboten. Ein weiterer Langstreckenpartner ist Etihad Airways. Die Fluglinie fliegt von Abu Dhabi über Brüssel nach Toronto. Und auch in Europa verbindet SN Brussels mit zahlreichen Fluglinien punktuelle Kooperationsabkommen. „Ein Allianzbeitritt“, meint Silling, „ist steht zur Zeit nicht auf der Agenda.“ Wichtigstes Standbein im Langstreckenbereich bleibt Afrika. Hier verzeichnet die Airline jährliche Zuwachsraten von bis zu 10 Prozent. Und auch der Anteil von Geschäftsreisenden sei sehr hoch, wie Silling betont. Dem entsprechend wurden jetzt die drei Airbus A330 Langstreckenjets sowohl in der Business- als auch in der Economy-Klasse grundlegend modernisiert und dem neuesten Stand der Technik angepasst. So lassen sich die 30 Sitze der Business Class auf Knopfdruck in ein vollwertiges Bett umwandeln. Die Economy-Klasse wurde ebenfalls mit neuen Sesseln ausgerüstet. Mit 83 Zentimetern Sitzabstand, individuell einstellbaren Kopf- und Fußstützen lässt es sich auch in dieser Klasse bequem reisen.

(Ausgabe 07/2006)