Während sich die Beteiligungen an den Flughäfen Kosice und Malta gut entwickeln, plant das Airportmanagement bereits neue Beteiligungen. So beabsichtigt die Flughafen Wien AG sich am Bodenseeairport Friedrichshafen zu beteiligen. Neue Signale kommen unterdessen auch aus Bratislava.

Im Zuge einer Kapitalerhöhung plant der Flughafen Wien einen Anteil von 25,15 Prozent am Flughafen Friedrichshafen zu erwerben. Die Gespräche darüber sind schon weit gediehen. Auf Basis der bereits vorliegenden Absichtserklärungen werden die beiden Unternehmen in den kommenden Wochen die Genehmigungen der zuständigen Gremien einholen. Stimmen Aufsichtsrat (Flughafen Wien AG) und Gesellschafterversammlung (Flughafen Friedrichshafen GmbH) zu, könnte die Transaktion schon mit Ende des ersten Quartals abgeschlossen sein. Der Bodensee-Airport Friedrichshafen liegt im Dreiländer-Eck zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz. Als eine der wirtschaftlich reichsten und dynamischsten Regionen Deutschlands zählt das Einzugsgebiet 3,7 Millionen Einwohner.

Die vergangenen zehn Jahre waren von einem Bevölkerungswachstum von 6 Prozent geprägt. Beachtlich ist auch die Entwicklung des Flughafens. So stieg die Passagierzahl von 2004 auf 2005 um 11,5 Prozent auf 596.089. Im Jahr 2006 waren es bereits 657.749 Fluggäste, was einem Zuwachs von 10,3 Prozent entspricht. Die wichtigsten Fluglinien sind Intersky, die ihre Home-Base auch auf dem Flughafen hat, sowie Hamburg International, Lufthansa, Ryanair und Iclandexpress. Für den Vorstandsprecher der Flughafen Wien AG, Mag. Herbert Kaufmann, ist der beabsichtigte Erwerb von 25,15 Prozent eine strategische Beteiligung mit hohem Entwicklungspotenzial: „Zweistellige Wachstumsraten, ein hohes Wirtschaftswachstum und eine attraktive Tourismusregion sind ausgezeichnete Grundlagen für die geplante Investition.“ Dem gegenüber sieht sich der Bodeseeairport angesichts des hohen Wachstumstempos vor großen Investitionen in den Ausbau der Infrastruktur konfrontiert. Demnach erwartet das dortige Airportmanagement mit Hilfe der Eigenkapitalzufuhr des neuen Gesellschafters eine raschere Umsetzung der Investitionen.

Mittlerweilen kommen neue Signale aus Bratislava. Seitens der Politik scheinen sich die Vorbehalte an einer Beteiligung der Flughafen Wien AG am Flughafen der slowakischen Hauptstadt abzuschwächen. So wird seitens der Regierungspartei eine Minderheitsbeteiligung nicht mehr ausgeschlossen. Der Flughafen Bratislava hat einen dringenden Modernisierungsbedarf und benötigt dafür frisches Kapital von seinen Eigentümern. Auswirken auf das weitere Wachstum des dortigen Airports wird sich auch die neue Strategie des Hauptkunden Sky Europe.

Sky Europe verlagert ab Ende März einen Teil seiner Kapazitäten nach Wien. Von Wien aus wird die Airline 16 Destinationen anfliegen und rechnet mit insgesamt rund 750.000 Passagieren. Bisher hat Sky Europe in Ostösterreich ihre Abflüge ab Bratislava beworben, jetzt konzentriert sich die Low Cost Fluglinie mit ihrer Werbung auf den Abflughafen Wien. In Bratislava, so kann erwartet werden, wird sich das Wachstum damit bestensfalls verlangsamen, wenn nicht sogar stagnieren. Somit sind dringend neue Impulse notwendig. Impulse die ein strategischer Investor in Form von frischem Kapital und Know-how einbringen kann.

(Ausgabe 01/2007)