Mit neuen Flügen nach Linz und Graz baut TUIfly.com ihre Position den österreichischen Bundesländerflughäfen weiter aus. Sky Europe wird sich hingegen aus Salzburg und Innsbruck zurückziehen und sich ganz auf ihre neue Basis in Wien konzentrieren. Gleich 16 neue Destinationen wird die Airline ab Ende März ab Wien in den Flugplan aufnehmen.

Mit dem deutschen Low Cost Carrier TUIfly.com konnte der Flughafen Linz einen weiteren wichtigen Kunden gewinnen. TUIfly.com wird ab dem Sommerflugplan nächsten Jahren fünf Mal die Strecke Köln – Linz anbieten. Erwartet werden auf der Strecke jährlich 50.000 Passagiere. TUIfly.com ist nach Ryanair und Niki die dritte Low Cost Fluglinie, die die oberösterreichische Landeshauptstadt in ihr Streckennetz aufnimmt. Wie Flughafendirektor DI Gerhard Kunesch bei der Präsentation der neuen Strecke in Linz betont, ist es den gemeinsamen Bemühungen von Flughafenmanagement und Landestourismusverband zu verdanken, dass TUIfly.com nach Salzburg, Klagenfurt und Innsbruck nunmehr auch Linz in ihr Netzwerk integriert. Wie der Vorstand des OÖ Tourismus, Mag. Karl Pramendorfer, präzisiert, hat sich Oberösterreich verpflichtet, über den Zeitraum von drei Jahren ein Ticketkontingent abzunehmen.

Im Gegenzug wird TUIfly.com auf ihrer Homepage, komplette Urlaubspackages anbieten. „Nur auf diese Weise“, gibt sich Pramendorfer überzeugt, „wird es gelingen, die Strecke nachhaltig am Markt zu positionieren.“ Pramendorfer sieht einen Incominganteil von maximal 30 Prozent. Gleichzeitig ist das Bundesland Nordrhein-Westfalen nach Bayern der wichtigste Nächtigungsbringer in Deutschland. Jeweils montags, mittwochs, donnerstags, freitags und sonntags wird TUIfly.com um 16:15 Uhr Richtung Linz abheben. Der Retourflug startet in Linz um 17:55 Uhr. TUIfly.com-Geschäftsführer Helmut Mokosch erwartet für das erste Jahr ein Aufkommen von 50.000 Passagieren. Mit Linz baut der deutsche Low Cost Carrier sein Streckennetz nach Österreich weiter aus. Salzburg, Klagenfurt und Innsbruck werden bereits aus mehreren deutschen Metropolen heraus angeflogen. „Allein im laufenden Jahr werden eine halbe Million Passagiere auf diesen Strecken befördert“, betont Mokosch bei der Präsentation in Linz. Ziel sei es, die Position als führende Billigfluglinie für Verbindungen von Deutschland nach Österreich weiter auszubauen. Flughafendirektor Kunesch erwartet für die neue Strecke nicht nur touristischen Verkehr. Sowohl der Großraum Köln als auch Linz seien als wirtschaftlich sehr starke Regionen auch für Geschäftsreisende interessant.

Sky Europe eröffnet neue Basis in Wien

Gleich 16 Destinationen bietet die slowakische Low Cost Airline ab 25 März ab Wien an. Gemessen an der Anzahl der angebotenen Linienflüge katapultiert sich Sky Europe auf den zweiten Rang des Wiener Airline-Rankings. Die Eröffnung der neuen Basis in Wien entspricht der strategischen Neuausrichtung des Unternehmens in starke, jedoch mit Low Cost Airline noch unterversorgte Märkte einzusteigen und das Marktpotenzial voll auszuschöpfen. Für das erste Jahr erwartet die Airline eine Sitzauslastung von über 80 Prozent und insgesamt rund 750.000 Passagiere. Sky Europe wird europäische Städtedestinationen wie Amsterdam, Brüssel und Paris täglich anfliegen. Nach Italien geht es neben Rimini auch nach Florenz und Venedig-Treviso (jeweils dreimal wöchentlich). Mit Ende März wird auch Frankreichs Süden angesteuert: Dreimal pro Woche startet eine Boeing 737 nach Nizza. Ebenfalls drei wöchentliche Flüge werden nach Barcelona angeboten. Im Rahmen der „Go East Strategie“ fliegt Sky Europe die Osteuropa Destinationen verstärkt an: Ab 25 März täglich nach Bukarest und sechsmal pro Woche nach Sofia. In den Sommermonaten fliegt die Airline zusätzlich nach Dubrovnik, Split und Zadar (je zweimal pro Woche). Dann werden auch Athen (dreimal pro Woche), Thessaloniki (zweimal pro Woche) und Zypern (zweimal pro Woche) angeflogen. Alle Flüge werden mit neuen Flugzeugen des Typs Boeing 737-700 bedient. Ausgelegt sind diese Flugzeuge für jeweils 149 Passagiere.

Tiefrote Sky Europe-Bilanz

Gemessen an der Beförderungsleistung war es ein Rekordjahr für Sky Europe. Zahlreiche neue Strecken brachten einen Passagierzuwachs um beinahe 50 Prozent. Die hohen Investitionen in neue Routen bescherten der Airline allerdings auch ein negatives Betriebsergebnis.

Das von 1. Oktober 2005 bis 30. September 2006 laufende Geschäftsjahr war von Wachstum geprägt, wie CEO Christian Mandl bei der Präsentation der Bilanz in Wien berichtet. So verweist Mandl darauf, dass das Passagierwachstum viermal höher als bei easyJet war. 2,6 Mio. Passagiere konnte Sky Europe an Bord begrüßen. Allein eine Million waren es im letzten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres. Zahlen, die die hohe Wachstumsdynamik unterstreichen. Das hohe Wachstum hatte aber seinen Preis. So wurde kräftig in den Aufbau neuer Routen investiert. 35 neue Strecken, eine neue Basis in Prag und ein unerwartet hoher Treibstoffpreis sind denn auch die Hauptgründe für ein negatives operatives Ergebnis (EBITDAR) in der Höhe von 21,3 Mio. Euro.

Durchaus optimistisch zeigt sich CEO Mandl im Hinblick auf die weitere Entwicklung der Airline. Waren die letzten Jahre von sehr hohen Zuwachsraten gekennzeichnet, erwartet Mandl für die nächsten Jahre ein durchschnittliches Wachstum von jährlich 30 Prozent. Noch immer eine eindrucksvolle Zahl, doch liege der Fokus jetzt verstärkt auf der Ertragsseite, kündigt Mandl an. So gelte es den Ladefaktor über den wichtigen Schwellwert von 80 Prozent zu heben. Durch eine Verkürzung der durchschnittlichen Streckenlänge sowie zum Teil frühere Abflüge will die Airline die Einsatzdauer der Flugzeuge erhöhen. Gleichzeitig lösen die neuen Boeing 737-700 die Jets der älteren Boeing-Generation ab.

Die neuen Flugzeuge verbrauchen nicht nur weniger Treibstoff, sondern sind auch in der Wartung wesentlich günstiger. Gleichzeitig erhöht sich das Sitzplatzangebot von 133 auf 149 Sitze. Verstärkte Marketingmaßnahmen sollen dazu beitragen, die Auslastung der Flugzeuge weiter zu erhöhen. In diesem Zusammenhang nennt Mandl die irrische Ryanair als Beispiel, deren Load Factor bei 85 Prozent liege. Maßnahmen, die dazu beitragen sollen, dass Sky Europe im Geschäftsjahr 2006/007 ein positives operatives Geschäftsergebnis einfliegen soll. Einen positiven Beitrag dazu leisten sollen auch schon die Abflüge ab Wien.

(Ausgabe 01/2007)