Wie ein Blick in die Beförderungsstatistiken der heimischen Flughäfen verrät, konnten alle österreichischen Flughäfen im vergangenen Jahr deutlich zulegen. Mehr noch: Niemals zuvor nutzten so viele Reisende den Flughafen Wien und die Bundesländerairports für ihre Reisen. Und auch die AUA verzeichnete 2006 einen Passagierrekord.

Mit einem Plus von 10,8 Prozent konnte der Salzburger Flughafen am deutlichsten zulegen. Dicht gefolgt von Innsbruck, der seine Passagierzahlen um 9,1 Prozent ausweiten konnte. Schon am dritten Platz folgt der Flughafen Wien. Mit einem Zuwachs von 6,3 Prozent lag das Wachstum einmal mehr über dem des europäischen Durchschnitts, ja sogar über den prognostizierten Werten. Einen neuen Passagierredkord meldet auch der Flughafen Linz. Mit 762.000 Passagieren konnte der bisherige Rekordwert aus dem Jahr 2004 (750.000 Flugreisende) übertroffen werden. Unangefochten an der Spitze der österreichischen Bundesländerairports behauptet sich der Flughafen Salzburg. Mit knapp 1,9 Millionen Passagieren rangiert der Wolfgang Amadeus Airport vor Graz (912.791 Passagiere) und Innsbruck (805.358 Passagiere). An vierter Stelle folgt Linz. Als Wachstumstreiber schlechthin erwiesen sich einmal mehr die Low Cost Airlines. So übernahmen in Salzburg bei der Passagierentwicklung die Low Cost Fluglinien die Führung, der Regionalverkehr mit 50 bis 80sitzigen Flugzeugen ging hingegen deutlich zurück. Hingegen stieg der Anteil der 150 bis 190sitzigen Flugzeuge. Das Ergebnis sind einerseits steigende Passagierzahlen, zum anderen aber eine fallende Zahl an Flugbewegungen. Darüber hinaus zeichnet sich auch eine Verlagerung weg vom Charter- und hin zum Low Cost-Segment ab.

Überdurchschnittliches Wachstum in Wien

Überaus erfreulich präsentiert sich die Passagierbilanz des Wiener Flughafens. Sowohl bei den Passagierzahlen (plus 6,3 Prozent auf 16,855.725 Passagiere) als auch beim ertragsseitig wichtigen Höchstabfluggewicht (plus 3,7 Prozent) konnte der Airport zulegen. Die erzielten Werte lagen damit über den eigenen Prognosen und über dem europäischen Durchschnitt (plus 5,3 Prozent). Die Highlights im Jahr 2006 waren eine starke Entwicklung des Passagierverkehrs in den Nahen und Mittleren Osten. Diese Verkehrsregion verzeichnete einen Zuwachs von 14,4 Prozent. Die Verkehrssteigerung nach Osteuropa erreichte respektable 8 Prozent.

Mit 42 Osteuropadestinationen konnte Wien seine Spitzenrolle als Ost-West Drehscheibe im europäischen Luftverkehr weiter ausbauen und liegt damit auch vor Konkurrenten wie Frankfurt (39 Destinationen). Ein wichtiger Faktor waren einmal mehr die Low Cost Airlines, die im Vorjahr ihre Passagierzahlen in Wien um 13,2 Prozent steigern konnten. Maßgeblich an dieser Entwicklung beteiligt waren Air Berlin mit 1,057.422 Passagieren und NIKI mit 753.221 beförderten Fluggästen. Mit Abstand wichtigster Kunde des Airports bleibt aber die Austrian-Gruppe. Deren Anteil am
Gesamtverkehr betrug 2006 57 Prozent, während die am nächsten positionierten Air Berlin auf 5,9 und Lufthansa auf 5,6 Prozent erreichen. Das Destinationsranking führt London vor Frankfurt und Zürich an. Wichtigste Destinationen im Osten des Kontinents waren Moskau und Bukarest. Im Langstreckenverkehr führt das Ranking Bangkok vor New York an.

Für das Jahr 2007 geht das Airportmanagement weiterhin von einer steigenden Nachfrage aus. Die Prognosen lauten plus 5,0 Prozent bei den Passagieren sowie 3,0 Prozent beim Höchstabfluggewicht und 2,0 Prozent bei den Flugbewegungen. Zahlreiche Neuerungen wird der Sommerflugplan bringen. So wird NIKI neu nach Moskau starten, mit Delta Air Lines, Korean Air, Sky Europa, Krasair und Air Transat wird der Hauptstadtairport auch zahlreiche neue Kunden begrüßen können.

AUA erzielt historischen Passagierrekord

Ein deutliches Passagierplus meldet auch die Austrian-Gruppe. Mit 10,834.747 Fluggästen erreichte die heimische Airline ein Passagierplus von 7,1 Prozent. Überaus erfreulich ist auch die Gesamtauslastung, die mit 74,5 Prozent ebenfalls einen neuen Höchstwert erreichte. Mit diesem Passagierwachstum konnte sich die AUA im europäischen Branchenvergleich unter den Top 5 Fluglinien positionieren. Wachstumstreiber waren einmal mehr die Kerngebiete der Airline in Zentral- und Osteuropa sowie im Mittleren Osten.

Wie Vorstandsvorsitzender Mag. Alfred Ötsch ankündigt, soll 2007 die Marktposition in den Focus East Märkten, vor allem in Russland durch die Kooperation mit AiR Union, weiter ausgebaut werden. Konsolidiert wird hingegen das Langstreckenprogramm. In diesem Bereich konzentriert sich die Airline in Summe auf zehn Ziele mit hohem Direktverkehrsanteil. Ötsch geht davon aus, dass sich durch das Wachstum in den Kernverkehrsgebieten die Langstreckenkonsolidierung insgesamt nur in einer Produktionsrücknahme gemessen in angebotenen Sitzkilometern (ASK) von rund 15 Prozent auswirken wird.

(Ausgabe 01/2007)