Mit der Eröffnung eines weiteren Werkes setzte das oberösterreichische Luftfahrtunternehmen Fischer Advanced Composite Components AG Ende Juni einen weiteren Meilenstein. Einmal mehr unterstreicht FACC mit dieser auf Triebsverkleidungen spezialisierten Produktionsstätte seine weltweite Kompetenz im Bereich der Verbundwerkstoffe. 

1b FACC mit neuem WerkDabei liegt die Gründung des Unternehmens erst weniger als zwanzig Jahre zurück. 1989 als Tochtergesellschaft des Skierzeugers Fischer gegründet konnte sich FACC rasch mit der Entwicklung und Herstellung von Kunststoffleichtbauteilen einen Namen machen. Dabei spezialisiert sich FACC auf zwei Bereiche. Zum einen auf Komponenten für den Innenraum, zum anderen auf Strukturbauteile wie Steuerflächen um Rumpf und am Leitwerk sowie Verkleidungen an den Triebwerken. So wird beispielsweise der Airbus A319 neuerdings mit Kabinenkomponenten von FACC ausgeliefert. Zu den Kunden zählen praktisch alle Flugzeughersteller der westlichen Welt. Allen voran natürlich Airbus und Boeing. Bombardier, Rolls Royce, Sikorsky sind nur weitere drei Beispiele einer langen Kundenliste.

 

BESCHEIDENE ANFÄNGE

 

Bereits 1981 wurden beim Ski- und Sportartikelerzeuger Fischer neue Anwendungsmöglichkeiten für das vorhandene Know-how im Composite Bereich gesucht. Langjährige Erfahrung und Kompetenz der hauseigenen Entwicklungsabteilung legten den Grundstein für die Entwicklung von Flugzeugkomponenten. Der erste Auftrag kam von Airbus. Schon bald folgten Aufträge von anderen Flugzeugherstellern. 1989 wurde schließlich FACC als Tochterunternehmen der Fischer GesmbH gegründet. 1991 beteiligten sich die Österreichischen Salinen am Unternehmen. 1999 folgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft mit Walter Stephan als Vorstandsvorsitzenden. Mit der Eröffnung weiterer Produktionsstätten und eines Technologiezentrum wurde der Standort im oberösterreichischen Reichersberg in den letzten Jahren immer weiter ausgebaut. Das dieser Tage eröffnete Werk 4 bildet den vorläufigen Abschluss einer ambitionierten Expansionsphase, die die zunehmende Bedeutung von Verbundwerkstoffen in der Flugzeugproduktion widerspiegelt.

 

EIN UNTERNEHMEN VON WELTFORMAT

 

Als innovativer Anbieter von Composite-Komponenten und –systemen liegt das oberösterreichische Unternehmen im technologischen Trend: Der Einsatz von Composite-Materialien wird in der Luftfahrtindustrie zukünftig stark steigen. Während bei aktuellen Flugzeugmodellen der Composite-Anteil bis zu ca. 15 Prozent beträgt, wird der Anteil bei der A380 auf 30 Prozent und bei der Boeing 787 auf 50 Prozent steigen. Ein Bereich, in dem das Unternehmen über eine starke technologische Kompetenz verfügt. Die von FACC entwickelten Komponenten und Systeme sind nicht nur leichter als traditionelle, aus herkömmlichen Aluminiumlegierungen gefertigte, sondern zeichnen sich durch bedeutende Vorteile in Hinblick auf Stabilität, Wärme- und Korrosionsbeständigkeit, Vibrationsdämpfung sowie lange Lebensdauer und Wartungsfreundlichkeit aus. In ihren vier Fertigungswerken beschäftigt FACC an den beiden Standorten Ried und Reichersberg insgesamt 1.282 Mitarbeiter. In dem mit 28. Februar 2007 zu Ende gegangenen Geschäftsjahr 2006/07 erzielte das Unternehmen einen Jahresumsatz von 182,5 Mio. Euro. Für das laufende Geschäftsjahr wird eine Umsatzsteigerung auf rund 223 Mio. Euro erwartet. Damit ist FACC in Österreich das umsatzstärkste Unternehmen und der größte Arbeitgeber im Bereich der Luftfahrtzulieferindustrie. Gleichzeitig ist FACC auch ein Vorzeigebetrieb in puncto Export: Nahezu 100 Prozent der produzierten Kunststoffleichtbauteile werden exportiert.

 

(Christian Pöchhacker 07/2007)