Von Boeing als Langstreckenflugzeug des 21. Jahrhunderts konzipiert, gilt die Boeing 787 Dreamliner als Meilenstein der technischen Weiterentwicklung von Verkehrsflugzeugen. Mehr elektrische Systeme als bisherige Flugzeuge und die weitgehende Verwendung neuer Werkstoffe machen das Flugzeug wesentlich leichter als bisherige Jets. Dazu gesellen sich Triebwerke einer neuen Generation. Erklärtes Ziel ist es, den Treibstoffverbrauch um 20 Prozent zu reduzieren. Boeing ist trotz Verzögerungen auf gutem Wege, die ambitionierten Ziele zu erreichen. Mit dabei sind auch Unternehmen aus Österreich, die mit ihrem technischen Know-how zum Erfolg der neuesten Boeing-Entwicklung beitragen.

Österreichische Technick für den DreamlinerWeit über die Grenzen hinaus ist das oberösterreichische Unternehmen Fischer bekannt. Bereits seit Jahrzehnten beliefert Fischer die Hersteller Boeing und Airbus mit Verbundbauteilen, darunter auch Großbauteile wie gesamte Kabineneinrichtungen. Auch beim europäischen Mega-Airbus A380 ist die Technik Made in Austria mit an Bord. Weniger bekannt ist das Wiener Unternehmen TTTech Computertechnik AG. Erst in diesen Tagen leistet der führende Anbieter für zeitgesteuerte Technologien einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des Dreamliners. Mit seinen bewährten Lösungen leistete TTTech einen wichtigen Beitrag zum erfolgreichen Abschluss der Power-On-Sequenz der Boeing 787. Die Produkte und Lösungen des Unternehmens werden in der 787 zur Integration von Hamilton Sundstrands Stromerzeugungs- und Kabinensystem eingesetzt.

Meilenstein des 787-Programms

Die Power-On-Sequenz stellt einen wesentlichen Meilenstein des Dreamliner-Programms dar. Damit wird sichergestellt, dass die Systeme des fortschrittlichen Flugzeuges, das bedeutend mehr elektrische Systeme nutzt, einwandfrei installiert wurden und wie geplant funktionieren. Am 19. Juni 2008 wurde dieser Schritt unter Verwendung von TTTech-Lösungen, basierend auf dem zeitgesteuerten Protokoll TTP erfolgreich durchgeführt. Das Power-On der Stromerzeugungs- und Kabinensysteme der Boeing 787 zeigt die erfolgreiche Integration verteilter TTP-basierter Kontrollsysteme im Rahmen der globalen, herstellerneutralen Kooperation. Systemintegration spielt für Hamilton Sundstrand eine besonders wichtige Rolle, da das Unternehmen eine breite Produktpalette an Teilsystem für den Dreamliner entwickelt. Zusätzlich zur Konstruktion von Komponenten und der Rolle als Hersteller, regelt Hamilton Sundstrand die Integration des Stromversorgungssystems und beaufsichtigt die Verifizierung und Zertifizierung.

Obwohl von Verspätungen geplagt, gilt der Dreamliner schon jetzt als erfolgreichstes neues Flugzeugprogramm. Nicht weniger als 58 verschiedene Kunden haben beinahe 900 Boeing 787 seit dem Start des Entwickelungsprogramms im Jahr 2004 geordert. Der um mehr als ein Jahr verspätete Erstflug soll jetzt im vierten Quartal erfolgen. Die ersten Auslieferungen an die japanische ANA sind für das nächste Jahr geplant.

Christian Pöchhacker (07/2008)