Merkl  Angela neuer JetDeutschlands “Air Force One”

Die „Konrad Adenauer“, ein neuer Airbus A340 der Bundeswehr-Flugbereitschaft, gleicht was Größe und Sicherheitsstandards angeht, der „Air Force One“ des US-Präsidenten. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel flog damit vor kurzem zu Barack Obama nach Washington.   Die Maschine hat Platz für 143 Passagiere und ist komfortabel ausgestattet. Für die Bundeskanzlerin gibt es ein Schlafzimmer und Dusche. Außerdem verfügt der von Lufthansa im März übergebene Vogel über ein Raketenabwehrsystem. Ohne Zwischenstopp schafft die Maschine 13.500 Kilometer und somit sind Washington, Peking und Rio de Janeiro damit leicht erreichbar.

Deutsche Minister fliegen mit der Bundeswehr-Flugbereitschaft, deren Flotte gerade modernisiert wird. Die Flugzeuge vom Typ A 310 waren 1990 aus den Beständen der Fluggesellschaft Interflug übernommen worden und werden bis Ende des Jahres ausgetauscht.

 

Wenn Staatsoberhäupter verreisen....

Russland macht es luxuriöser. Eine Iljuschin-96-300 soll laut Medienberichten  Sanitärräume mit vergoldeten Armaturen haben.

Auch Silvio Berlusconi fliegt komfortabel: Der 74-Jährige besitzt zwei Privatjets.

Engländer reisen bescheidener. Für die Queen und die britischen Regierungsmitglieder stehen nur zwei Kurzstreckenflugzeuge der Royal Air Force vorn Typ British Aerospace 146 zur Verfügung. Deshalb muss die Queen für Langstreckenflüge Maschinen chartern. Premier David Cameron reiste zu seinem Staatsbesuch in die USA per Linie. Pläne von Tony Blair für eine Langstreckenmaschine (verspottet als „Blair Force One“) wurden aus Kostengründen begraben.

Völlig unprätentiös auch das spanische Königspaar: 15 Euro - so viel soll der Flug gekostet haben, den Königin Sofia im Sommer 2009 mit der Fluglinie Ryanair unternahm. Wie Medien berichteten, sei der Grund für diese Entscheidung allerdings nicht der günstige Preis, sondern die perfekt erscheinende Verbindung gewesen; die Königin wollte damals von Nordspanien (Santander) nach London-Stansted. Die Kehrseite dieser Entscheidung: Ryanair zettelte umgehend eine Werbekampagne an mit dem Slogan „Flieg wie ein König" und wurde prompt vom Königshaus verklagt.

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy liebt es dagegen schon ein bisschen komfortabler: Doppelbett, Ankleidezimmer und sogar eine Badewanne orderte der Franzose für seinen neuen A330-200. Kostenpunkt: Angeblich um die 180 Millionen Euro.

Und Österreichs Regierungsspitze? Bundespräsident Fischer chartert bei offiziellen Auslandsbesuchen einen Austrian Airlines-Jet und lässt Wirtschaftsbosse die Reisekosten mitzahlen.

 

(Ausgabe 06/2011)