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EASA Überprüfung A 380Nach der Entdeckung neuer Haarrisse in den Tragflächen des Airbus A380 ordnete die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA eine schärfere Kontrolle von einem Drittel der insgesamt 67 ausgelieferten Großraumflugzeuge dieses Typs an. An den Flügeln sei eine weitere Art von Rissen gefunden worden, die erheblich größer sei als die zunächst entdeckte Form, begründete Europas oberste Flugsicherheitsbehörde ihre Maßnahme. Erste Berichte über Qualitätsmängel des A380 gab es vor 2 Wochen. Bei 5 Modellen der Singapore Airlines, Qantas und Emirates wurden jeweils - weniger als einen Zentimeter lange-Risse in den Flügeln entdeckt, die Airbus zunächst als nicht sicherheitsrelevantes Problem einstufte. Der jüngste Vorstoß der EASA erfolgte nach der Entdeckung der neuen Risse. In ihrer Direktive ist fixiert, dass die Beseitigung der Mängel, je nach Anzahl absolvierter Flugstunden, binnen weniger Tage oder aber in einer Zeitspanne von bis zu 6 Wochen erfolgen soll. Dabei veranschlagen Fachleute einen Zeitaufwand für die Inspektion und den technischen Eingriff auf einen Tag.

Nach Angaben von Airbus wurden bislang 67 Maschinen des Typs A380 global ausgeliefert. Das aktuelle Bestellvolumen erreicht 250 Maschinen, wobei Emirates mit allein 90 der mit Abstand größte Abnehmer ist. Bei der Lufthansa, die insgesamt 17 Flugzeuge bestellte, sind zur Zeit acht A380 im Einsatz. Bei keinem wurden bislang Risse entdeckt. „Wir arbeiten eng mit Airbus zusammen und werden vorsichtshalber weitere Inspektionen durchführen”, hieß es bei Singapore Airlines vergangenen Freitag. Airbus hat beim Bekanntwerden der Risse zunächst darauf verwiesen, dass die Reparatur während der vierjährigen Wartungsintervalle genüge und bleibt dabei, dass der A380 trotz Minirisse sicher und flugfähig bleibe. In einem Fernsehinterview bezeichnete Airbus Vorstandsvorsitzender Tom Enders die Risse als beschämend: „Ich kann nicht behaupten, stolz darauf zu sein. Wir untersuchen, wie es dazu kommen konnte”, versicherte Enders.

 

(Ausgabe 01/2012)