AUA-Arbeitsprogramm 2012 –  Investitionen von 200 Millionen

 

Die AUA hat im Vorjahr den operativen Verlust zwar von 65 auf 59,4 Millionen Euro reduziert, wegen der exogenen Einflüsse (Japan, Treibstoffhöhe, Wirtschaftskrise, Nordafrika, arabischer Frühling) jedoch ihr Ergebnisziel verfehlt. Auch heuer wird wegen der Konjunkturschwäche und der hohen Kerosinpreise ein positives Ergebnis schwer erreichbar sein, aber nachhaltige Verbesserungen in der Ausrichtung des Unternehmens angestrebt. Die Muttergesellschaft Lufthansa unterstützt die Runderneuerung der Austrian Airlines mit einer Kapitalspritze von 140 Mio Euro.

002m. OS-Arbeitsprogramm-220 Mio. Paket - 15MAR12Das vom AUA-Vorstand aufgesetzte Programm zur Verbesserung von 220 Mio. Euro im Volumen sieht ein Bündel von Maßnahmen vor: Insgesamt konnten in den vergangenen Wochen rund 180 Mio. Euro an Kostensenkungen bzw. Erlössteigerungen identifiziert werden. Darunter fallen neue Verträge mit Lieferanten und Geschäftspartnern, ein angepasstes Streckennetz sowie die Harmonisierung der Mittelstreckenflotte. Zuletzt erhärteten sich noch politische Zusagen für die Senkung der Standortkosten in Wien. Dazu gehören die Senkung der Flugticketsteuer, die Mineralölbevorratung oder das neue Tarifmodell mit dem Flughafen Wien. In einer Arbeitsgruppe der Austro Control soll ein kürzerer und umweltfreundlicherer Anflugweg auf Wien ausgearbeitet werden. Die Gebühren für die Lizenzierung der Piloten sollen noch heuer angepasst werden. Mit Hilfe des Betriebsübergangs zu Tyrolean Airways können weitere erforderliche Beiträge gehoben werden.

Streckennetz und Flottenharmonisierung: Ein neuer Flugplan mit strategischer Ausrichtung auf den Heimatmarkt Österreich und auf starke Ostmärkte wurde entwickelt (siehe Seite 1).

Die Ausflottung von 11 Mittelstreckenflugzeugen des Typs Boeing 737 und die Anschaffung von sieben Airbus A320 ist vorbereitet. Damit betreiben dann Austrian Airlines eine einheitliche Mittelstreckenflotte von 29 Airbus Flugzeugen. Mit der Umschulung der Piloten wird noch im März gestartet. Ab Herbst ist der komplette Umbau der Kabinen der 10 Langstreckenflugzeuge der Austrian mit neuen Sitzen und Inflight Entertainment System vorgesehen; insgesamt werden in den kommenden zwei Jahren mehr als 200 Millionen Euro investiert.

Drehscheibe Hub Wien: Mit dem Flughafen Wien wurde eine Vereinbarung zur Absicherung der gemeinsamen Zukunft und Stärkung des Transferverkehrs und der Langstreckenentwicklung vereinbart. Insgesamt sollen so der Hub Wien und das Langstreckenangebot am Standort weiter ausgebaut werden. Mit dem neuen Skylink-Terminal, der Anfang Juni 2012 in Betrieb gehen wird, wurden dafür gute Voraussetzungen geschaffen und die Drehscheibe Hub Wien wird dadurch attraktiver. Auch im Bereich Handling wurden Einsparungspotenziale identifiziert und die Rahmenbedingungen für eine längerfristige Vereinbarung definiert.

Kosten & Erlöse: Mit einer Verlängerung von Verträgen und günstigeren Konditionen für Büroartikel, über Gebäudeerhaltung bis hin zu  Fuhrparkreduktion konnten substantielle Beträge im Verwaltungsbereich in Millionenhöhe gestemmt werden. Auf der Erlösseite ist u.a. der Ausbau des Firmenkundengeschäfts über Kooperationen mit dem Lufthansa Konzern geplant.002m. OS-Betreibsuebergang VO - 15MAR12jpg

Personal: Im Arbeitspaket „Modernisierung der Kollektivverträge“ konnte trotz zuletzt sehr intensiver und fairer Verhandlungen in den letzten 2 Monaten keine Einigung mit dem Betriebsrat Bord erzielt werden. Die diskutierten Maßnahmen haben nicht gereicht, um den automatischen Kostenauftrieb von sieben Prozent pro Jahr unabhängig von wirtschaftlicher Entwicklung und Unternehmenserfolg abzubremsen. Nun wird bis Ende März weiter verhandelt. Dann wird ein Betriebsübergang zur Tochter Tyrolean vorbereitet. Die Tyrolean hat ein Kostenniveau, das ein zukunfts- und wettbewerbsfähiges Fundament bietet. Der Betriebsrat der kaufmännisch-technischen Mitarbeiter der AUA hat Änderungen bzw. Anpassungen der Kollektivverträge zugestimmt.

Für den Fluggast ändert sich nichts: Soferne die Gewerkschaft und der Betriebsrat des fliegenden Personals weiteren Änderungen bei der Personalkostenstruktur nicht zustimmt, wird lediglich dem fliegenden Personal der Betriebsübergang in den Kollektivvertrag der Tyrolean empfohlen; voraussichtlich werden einige Mitarbeiter diesen Übergang nicht mittragen und das Unternehmen unter Wahrung ihrer Rechte verlassen.

Die Austrian Airlines bleiben wie bisher bestehen, alle Dienste werden auch weiterhin mit gleichem Streckennetz von 130 Destinationen weltweit und einer Flugzeugflotte von 80 Flugzeugen in gleicher Qualität unter OS-Flugnummern angeboten.

Mario Rehulka

 

(Ausgabe 03/2012)