Viele zweifeln derzeit hör- und lesbar an der Sinnhaftigkeit der Orientierung österreichischer Unternehmen am Geschäft mit den östlichen EU-Mitgliedstaaten. Beim „Exportfrühstück“ der WKNÖ jedenfalls kam man einhellig zum Ergebnis – Chancen sind gegeben! Acht Länder waren beim Frühstück vertreten: Tschechien, Polen, die Baltischen Staaten, Slowakei, Ungarn und Slowenien.

Tschechien, der „wichtigste Markt in Mittel- und Osteuropa“, werde noch viel zu wenig wahrgenommen, so Wirtschafts-delegierter Nikolaus Seiwald (AC Prag). Tschechien habe eine sehr gesunde Wirtschaft und biete vielfältige Chancen – von der Industrie über Dienstleistungen bis zum Handwerk.

Polen sei kein billiger Standort mehr, so Ernst Kopp (AC Warschau). Das Land werde immer mehr zum großen Player in der EU, die politischen Verhältnisse seien stabil. Polen ist ein großer Exporteur, verweist Kopp auf die Tatsache, dass Polen in der Handelsbilanz gegenüber Deutschland einen Überschuss erzielte.

Die Baltischen Staaten, Estland, Lettland und Litauen bieten erhebliches Potential, so Herwig Palfinger (AC Helsinki), der derzeit das Baltikum mit betreut. Die Region könne sowohl als Drehscheibe nach Russland als auch nach Skandinavien gesehen werden.

Das Nachbarland Slowakei sei nach wie vor ein dynamischer Markt, stark exportorientiert, aber mit eher schwacher Kaufkraft, so Patrick Sagmeister (AC Pressburg).

Vom schwierigen Markt Ungarn berichtete Erika Teoman-Brenner (AC Budapest). Ungarn sei extrem verschuldet, der Markt biete aber trotzdem Chancen für Zulieferer an die exportorientierte Industrie etwa im Automobil-Bereich.

Zwei Seiten habe auch der Markt in Slowenien, meint Christian Miller (AC Laibach). Der ehemalige Musterschüler Slowenien mit nur 45% Staatsverschuldung marschiere jetzt auf einen „Nachzipf“ zu. Derzeit seien unter anderem Privatisierungen angesagt.

Grundsätzlich sehen die Wirtschaftsdelegierten positive Entwicklungen in den zentraleuropäischen Ländern, vor allem auch durch die bereits getätigten Investitionen der österreichischen Wirtschaft. Damit kommt auch in Hinkunft der Drehscheibe Wien als West-Ost Hub besondere Bedeutung zu.

 

 

Tschechien

Chancen / Pluspunkte:

  • Energiesparen / Isolierungen
  • Auto-Industrie
  • Medizintechnik
  • Lebensmittel / Bio
  • Lifestyle
  • Handwerk

Baltische Staaten

Chancen / Pluspunkte:

  • Transport-Logistik
  •  Energie Versorgung
  •  Maschinenbau
  • interessanter Industrie-Standort in Richtung Russland&Skandinavien

Ungarn

Chancen / Pluspunkte:

  • Anlagen für exportorientierte Industrie
  • Auto-Zulieferer
  • Montage von Anlagen&Einrichtungen  
  • für Investoren - Pluspunkt: Österreichs Marken sind in Ungarn geläufig

 

Polen

Chancen / Pluspunkte:

  • Infrastruktur / Eisenbahn
  • Modernisierung der Energie
  • Infrastruktur
  • Wind/Biomassew
  • Industrie-Modernisierung: Chancen für Anlagenbauer

Slowakei

Chancen / Pluspunkte:

  • Automotiver Bereich boomt
  • Tourismus-Infarstruktur
  • Urban technologies
  • Dienstleistungen
  • Fachkräfte, Akademiker

 

Slowenien

Chancen / Pluspunkte:

  • Bauen & Energiesparprodukte
  • Konsumprodukte
  • Zulieferer für Industrie
  • hohes Preisniveau
  • Privatisierungswelle - Chancen für Investoren

 

 (Ausgabe 03/2012)