Doch Wolfgang Mayrhuber ist jetzt Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG
Der direkte Wechsel vom Vorstand ins Kontrollgremium ist seit 2009 in Deutschland gesetzlich geregelt. Seither muss ein scheidender Vorstands-Manager eine zweijährige Abkühlungsphase absolvieren bevor er in den Aufsichtsrat des gleichen Unternehmens einziehen darf. Auch Wolfgang Mayrhuber räumte 2010 das Lufthansa-Cockpit - jetzt wollte er wieder einchecken.

Institutional Shareholder Services (ISS) machte vor der Jahreshauptversammlung der LH öffentlich gegen Mayrhuber mobil – wegen angeblich zu kurzer Abkühlzeit zwischen Vorstandstätigkeit und Aufsichtsrat. Die Organisation berät große Fondsgesellschaften im Ausland und gilt als äußerst einflussreich. Mayrhuber zog daraufhin seine Kandidatur einen Tag vor der Hauptversammlung zurück. Am gleichen Tag führte die Lufthansa Gespräche mit ISS und es stellte sich heraus, dass sich alles um ein großes Missverständnis handelt: die US-Fonds hätten nämlich ihre strengen angelsächsischen Corporate-Governance Regeln fälschlicherweise auf das duale deutsche System der Organschaften (Vorstand und Aufsichtsrat) angelegt - in den USA gibt es ja nur ein Gremium, den „Board of Directors". Dieses Missverständnis (für uns eher ein klägliches Unwissen) habe jedoch ausgeräumt werden können.

Wolfgang Mayrhuber wurde in der Jahreshauptversammlung der Deutschen Lufthansa AG am 7. Mai 2013 zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt.

Wir wünschen ihm in dieser verantwortungsvollen Position das Allerbeste und „Happy Landings“, was er schon in seiner jahrelangen Airline-Tätigkeit und als LH-Vorstand bewiesen hat.
Und:
Arme Aktionäre, die sich durch so eine „Beratungsagentur“ coachen lassen! Ein Skandal, den sich die 36 %-igen Anleger der deutschen Fluglinie nicht gefallen lassen sollten und derartige „Berater“ schleunigst vertreiben sollten.
Oder manche äußern auch deren amerikanische Absicht, ein solides europäisches Luftfahrtunternehmen in schlechtes Licht rücken zu wollen.

Aus der Hauptversammlung der Deutschen Lufthansa AG am 7. Mai 2013

Zur Bestellung von Wolfgang Mayrhuber als Aufsichtsratsvorsitzender:

Nachdem der frühere Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber zunächst seine Kandidatur für den Aufsichtsrat zurückgezogen und dann doch nach intensiven Gesprächen mit wichtigen Investoren erneut wieder aufgenommen hat:
„Das Unternehmen habe die Verwirrungen nicht zu verantworten. Wir haben große Anstrengungen unternehmen müssen, um formalistische Kriterien einer blinden Coporate Governance-Auslegung durch ein trotziges Beratungsunternehmen wieder ins rechte Licht zu rücken“, sagte der scheidende Aufsichtsratschef Dipl. Ing. Dr. Jürgen Weber. Es wäre äußerst bedauerlich, dass fremde Muster als in Deutschland bindend angesehen würden und Schaden anrichten könnten.

Zur Entwicklung der Austrian Airlines:

In der Rede des Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Lufthansa AG, Dr. Christoph Franz im Bericht zum Geschäftsjahr 2012:
„... Wir haben uns von Verlustbringern getrennt oder – wie bei Austrian Airlines – einen umfassenden Sanierungsprozess gestartet“.
„... Meine Damen und Herren, von den Fluggesellschaften der Lufthansa Group konnte allein die Austrian Airlines ihr Ergebnis verbessern. Jaan Albrecht und sein Team schafften mit einem operativen Ergebnis von 65 Millionen Euro erstmals den Sprung in die Gewinnzone. Hier hat der Betriebsübergang zu Tyrolean als positiver Einmaleffekt deutlich beigetragen. Aber auch die Restrukturierungsmaßnahmen zeigen Wirkung. Die Richtung stimmt! Auch für 2013! Eine klasse Leistung und, aus operativer Sicht, DIE Erfolgsstory der Lufthansa Group im letzten Jahr ...“

Veränderungen im Lufthansa-Konzernvorstand:

Lufthansa-Vorstandsmitglied Stefan Lauer scheidet nach über 16 Jahren aus dem Lufthansa-Konzernvorstand aus. "Stefan Lauer hat die Entwicklung unseres Unternehmens und insbesondere zuletzt unser SCORE-Programm in erheblichem Maße vorangetrieben. Ich bedauere sehr, dass er uns verlässt", sagt Lufthansa Vorstandsvorsitzender Dr. Christoph Franz. Lauer wird durch Bettina Volkers, bisher Personalchefin und Peter Gerber ersetzt, Harry Hohmeister (Swiss Chef) stößt neu ins Vorstandsteam dazu.