Erstellt am 25. März 2014

Handelsblatt Research Institute vergleicht die Wettbewerbsbedingungen im internationalen Luftverkehr

Eine Studie des Handelsblatt Research Institute belegt, dass der Wettbewerb im internationalen Luftverkehr zunehmend verzerrt wird. Vor allem die deutsche Luftfahrt kann nur noch mit Fußfesseln am internationalen Wettbewerb teilnehmen.

Die Untersuchung der wichtigsten Einflussfaktoren auf die Wettbewerbsfähigkeit im Luftverkehr zeigt, dass die Standortbedingungen für die deutschen Fluggesellschaften und Flughäfen Wettbewerbsnachteile im internationalen Vergleich darstellen (gilt auch für Österreich. Red.). Die Studie stellt heraus, dass die deutsche Politik Möglichkeiten hätte, z.B. konkrete Beiträge zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Fluggesellschaften und Flughäfen zu leisten: nämlich über die Abschaffung der nationalen Luftverkehrsteuer und die Ausgestaltung des EU-Emissionshandels.

Neben Luftverkehrsabgaben, Emissionshandel, Betriebszeitenbeschränkungen und komplexen Genehmigungsverfahren sind auch die Arbeits- und Sozialstandards in den Herkunftsländern der Airlines mitausschlaggebend für die ungleichen Wettbewerbsbedingungen in der Luftfahrt.

„Tarifliche und gesetzliche Arbeits- und Sozialstandards sind Grundwerte der deutschen Gesellschaft, die es zu erhalten gilt. Mit unfairen Wettbewerbsbedingungen werden diese zu unser aller Schaden zerstört, deshalb muss die Politik jetzt handeln“, fordert der Präsident der Vereinigung Cockpit Ilja Schulz. „Wir stellen uns gemeinsam mit den Unternehmen der Öffnung der Märkte und stehen für fairen Wettbewerb, für gute Arbeit und für Investitionen in den Umwelt- und Klimaschutz“, so Schulz weiter.

„Der Wettbewerb im internationalen Luftverkehr wird zwar global ausgetragen, doch es sind vor allem die geltenden Rahmenbedingungen in den Heimatländern, die darüber entscheiden, wer im Wettbewerb bestehen kann“, sagt Klaus-Peter Siegloch, Präsident des Verbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft. Die Wettbewerbschancen der deutschen Anbieter von Luftverkehrsleistungen werden durch eine nationale Luftverkehrsabgabe, Nachtflugverbote und einseitige Belastungen aus dem Emissionshandel stark beeinträchtigt. Die Bundesregierung muss mit einem neuen Luftverkehrskonzept wieder für faire Rahmenbedingungen für die deutsche Luftfahrt sorgen, so Siegloch.

Das Handelsblatt Research Institut untersuchte im Auftrag des BDL, der Vereinigung Cockpit, Verdi und UFO (Unabhängige Flugbegleiter Organisation), wie Wettbewerbshemmnisse den wirtschaftlichen Erfolg der deutschen Fluggesellschaften und Flughäfen bremsen und welche Faktoren den Wettbewerb tatsächlich beeinflussen.

Die Studie ist unter www.bdl.aero abrufbar.